Anita erzählt: Meine Zeit bei den California Allstars

In dieser Blogartikel-Reihe erzählen unsere Coaches von persönlichen Erlebnissen im Cheerleading. Heute erzählt Anita von ihrer Zeit bei den California Allstars. Wie sie dazu kam, in diesem US Allstar Gym zu trainieren und was sie dort erlebt hat erfahrt ihr in dieser Blog-Reihe.

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Mein kalifornisches Abenteuer beginnt

Im September 2012 habe ich mich auf den Weg nach Santa Barbara in Kalifornien gemacht, um einen Vorbereitungssprachkurs für die Uni zu machen. Aus meinem eigentlichen Plan, in den USA zu studieren, wurde leider durch die hohen Studiengebühren in den USA nichts, obwohl ich bereits einen Platz an einer Universität in Kalifornien hatte. Trotzdem habe ich 6 Monate im wunderschönen Santa Barbara verbracht, um dort meine Englischkenntnisse zu verbessern.

Mit dem Cheerleading habe ich in Deutschland bereits 2004 begonnen und wollte natürlich auch in den USA weiter trainieren, um nicht aus der Übung zu kommen. Außerdem wollte ich mich während meiner Zeit in den USA auch als Coach verbessern und mir die Art, wie in den USA trainiert wird, anschauen, um einiges davon auch in Deutschland umsetzen zu können. Es lag also nahe, dass ich mich nach einem Cheerleading-Gym in der Nähe umschauen wollte.

Ein Traum wird wahr – trainieren bei den California Allstars

Über einen Bekannten meiner Gastfamilie habe ich dann die Telefonnummer von einem Coach bei den California Allstars bekommen und am gleichen Tag noch angerufen. Und bereits am nächsten Tag war ich – ziemlich nervös – unterwegs in das 30 Minuten entfernte Ventura wo sich eines der Gyms der California Allstars befand**. Dort angekommen wurde ich sehr herzlich aufgenommen und sofort mit Teamwear eingedeckt – mein Cheerleader-Herz hüpfte vor Freude. Aber noch mehr hüpfte es, als ich erfuhr, dass gerade SMOED im Gym trainierte und ich gefragt wurde ob ich gerne zusehen möchte. Wie hätte ich da nein sagen können?!

**Anmerkung: Ich war damals noch im „alten“ Gym in Ventura, dieses wurde mittlerweile in den Nachbarort Camarillo verlegt.

Ab diesem Tag bin ich jede Woche 2-3 Mal ins Gym gefahren, habe dort Tumbling-Classes und Private Coaching Classes gemacht und bei den Teamtrainings zugesehen. Oft bin ich direkt nach der Schule ins Gym gefahren, habe dort meine Hausaufgaben gemacht und Zeit mit anderen Athleten und den Coaches verbracht. Als Athlet habe ich dort viel für mein eigenes Tumbling gelernt, aber auch als Coach habe ich viel über den Aufbau von Classes und Teamtrainings gelernt und ich bin den California Allstars bis heute dankbar, dass ich so viel Zeit in ihrem Gym verbringen und so viel Wissen mitnehmen durfte.

Meisterschaftsteam? Leider nicht!

Da ich leider erst im September ankam, waren bereits alle Teams voll besetzt und es gab keine Möglichkeit mehr für mich in ein Wettkampfteam aufgenommen zu werden. Auch dass ich im März bereits wieder abreisen würde und somit bei den großen Season-End-Meisterschaften – z.B. UCA, Worlds, Summit – im April/Mai nicht hätte mit antreten können, war ein Grund dafür, dass ich in keinem Team war, sondern “nur” Classes gemacht habe. Viele von euch werden jetzt vielleicht sagen: “Da hätte ich meinen Auslandsaufenthalt verlängert, nur um das machen zu können.” Auf jeden Fall, wenn ich das Geld gehabt hätte, hätte auch ich das definitiv gemacht. 

Doch 6 Monate in den USA sind an sich schon sehr teuer, dazu noch die Sprachkurse und wenn man in der Freizeit etwas machen möchte, ist man schnell sehr viel Geld los. Und auch Cheerleading ist in den USA nicht günstig, die Classes und Private Coachings, die ich als Athlet gemacht habe, mussten auch bezahlt werden. Durch mein Visum – ein Studentenvisum – durfte ich in den USA kein Geld verdienen, weshalb ich meinen Aufenthalt leider nicht verlängern konnte, obwohl ich es natürlich gerne gemacht hätte. Aber auch ohne Verlängerung wird mir meine Zeit in den USA und die Erfahrungen die ich bei Cali gemacht habe für immer in Erinnerung bleiben.

Ich kann wirklich jedem von euch empfehlen: Wenn ihr ein Auslandsjahr/-semester plant* und Cheerleading machen wollt, sucht euch vorab Allstar-Gyms im Internet raus und schreibt sie einfach an. Gerade in den USA, Australien, Neuseeland, Großbritannien aber auch vielen anderen Ländern gibt es so gut wie überall mehrere Gyms, die euch bestimmt genauso herzlich aufnehmen, wie ich damals aufgenommen wurde. Traut euch, es lohnt sich!

Meine Tipps für dich:

  • Informiere dich frühzeitig über Gyms in deiner Nähe und kontaktiere diese per Email
  • Denke auch daran nachzusehen, wie du regelmäßig zum Gym kommst – insbesondere wenn du deinen Auslandsaufenthalt in einem Land/Bundesstaat/einer Stadt machst, wo das öffentliche Verkehrsnetz nicht so gut ausgebaut ist. Frage ggf. deine Gastfamilie ob sie dich regelmäßig fahren können oder, wenn du einen Führerschein hast, ob du das Auto der Familie leihen kannst um zum Trainig zu fahren
  • Schreibe dem Gym vorab auch, ob du gerne in ein Meisterschaftsteam möchtest oder „nur“ Classes und Privates machen willst und frage nach den jeweiligen Voraussetzungen
  • Informiere dich unbedingt über die Kosten der einzelnen Angebote* – Preise für Classes/Privates findest du meistens auf der Internetseite des Gyms und die Kosten für Meisterschaftsteams sind oft grob in den Tryout Packages (auch auf der Internetseite) angegeben – und plane dein Reisebudget entsprechend, damit du bis zum Ende deines Aufenthalts regelmäßig dein Training besuchen kannst
  • Solltest du dich für die Aufnahme in ein Meisterschaftsteam interessieren, frage nach der Möglichkeit dich per Video zu bewerben und welche Skills du in diesem Video zeigen musst – für Bewerber aus dem Ausland oder aus einem anderen Bundesstaat wird das oft so gehandhabt
  • Ebenfalls solltest du unbedingt an eine Unfallversicherung (zusätzlich zu deiner Auslandskrankenversicherung) denken, da Cheerleading ein verletzungsintensiver Sport ist und dir sonst, je nach Land, hohe Kosten entstehen können, falls du dich mal verletzen solltest
  • Auch kannst du bereits im Planungsprozess bei der Organisation, mit der du deinen Auslandsaufenthalt machst, nachfragen, ob du in eine Gastfamilie kommen kannst, die bereits im Cheerleading involviert sind – manchmal klappt das und du kannst mit den Kindern der Familie zum Gym fahren und erlebst auch das Leben in einer „Cheer-Familie“

Du willst noch mehr erfahren? Im zweiten Teil dieser Reihe erzähle ich euch Anfang Januar mehr über den Trainingsablauf, die Classes und das große Showcase im Gym der California Allstars. Bleibt also gespannt und schaut hier wieder vorbei, um nichts zu verpassen.

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